Muss das sein?

© antliafotolia

Vor etwa einem Jahr beklagte ich mich darüber, wie unfit ich sei. Mir tat dies und jenes weh, mit der Kondition war es auch nicht zum Besten. Wohlgemerkt, ich bin Mitte dreissig. Mein Mann hörte sich mein Gejammer ein paar Mal an und meinte dann trocken: „Du musst Yoga machen. Das tut Dir gut“. Ich schaute ihn nur ungläubig an. Woher wollte er wissen, dass Yoga mir gut tut. Er, der jeden Tag von A nach B joggt und danach nicht mal dehnt. Von Yoga weiss er höchstens, dass, er es nicht kann, weil er so unbeweglich ist, wie ein Laternenpfosten und Koordination höchstens buchstabieren kann.

Ich tat nicht, wie mir geheissen. Vorerst. Mein Mann lag mir jeden Tag in den Ohren, ich solle jetzt endlich beginnen. Eines Tages kam er mit dem Buch von Anna Troekes nach Hause. „Die Frau im Buchladen hat mir gesagt, ich müsse dieses nehmen. Ich traute mich nicht, was anderes zu nehmen“, meinte er. Die Frau im Buchladen wusste, wovon sie sprach. Das schön illustrierte Buch leitete mich Schritt für Schritt in meine ersten Yogaerfahrungen ein. Ich studierte die Übungen, machte sie, fand es nett und liess es nach einer Weile wieder sein. Da kam er – mein Mann – wieder: „Mach Du jetzt Dein Yoga, das tut Dir gut“. Ich war zu faul und tat es nicht.

Eines Abends stand er mit der Yogamatte in der Hand neben mir, legte sie vor mir aus und sagte: „Du machst jetzt Yoga. Ich mache mit“. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich gleich loslachen musste, sobald er den Satz beendet hatte. „Du und Yoga!“. Sein ernster Gesichtsausdruck aber liessen mich verstummen und brav auf meiner Matte Platz nehmen. „Mach du deine Übungen, ich mache sie dir nach“, patzte er mich an. So begann ich und merkte bald, dass es zu Zweit mehr Spass machte, als alleine. Zwischendurch musste ich schauen, was mein Gatte da auf dem Boden (ohne Matte, wir hatten nur eine) neben mir machte. Zuerst wollte ich mich noch beherrschen aber es gelang mir nicht. Ich sackte mitten in einer Übung zusammen und prustete laut los. Der Anblick dieses unbeweglichen, drahtigen Etwas neben mir war einfach zu komisch. Ächzend fluchte er, während der Position Hund vor sich hin. Wie wir heute wissen, ein absolutes no go….

Mein Mann hielt durch. Eisern quälte er sich neben mir am Boden durch etliche Positionen. Spass schien es ihm keinen zu machen. Er tat es, um mich zu motivieren, weil er wusste, es tat mir gut. Das tat es in der Tat. Auch wenn ich mich in mehreren Anläufen dagegen sträubte, Yoga zu praktizieren, konnte ich bald nicht mehr davon lassen. Ich spürte meinen Körper viel besser, nahm einzelne Körperteile zum ersten Mal so richtig wahr. Mein Gang wurde aufrechter und meine Beine, wie soll ich sagen, straffer. Und, ich wurde beweglicher. Es gelingt mir sogar mittlerweile, meine Hände den Boden berühren zu lassen, während ich mit gestreckten Beinen stehe. Mein Mann schafft es bis mitte Unterschenkel, anstatt nur bis zu den Knien.

Eine angeleitete Yogastunde hatte ich nur eine und auch diese nur durch „Zufall“. Wir waren auf Sardinien und lernten ein Paar aus London in unserem Alter kennen. Lara begann den Morgen mit Yoga und kam eines Tages zu mir: „Join me, come let’s do some Yoga together“. Lara war super. Sie zeigte mir viele Übungen und Abläufe, die ich nicht kannte. Nun war ich richtig begeistert und machte sogar Yoga ohne die prüfenden Blicke meines Mannes. Er macht Yoga nun ebenfalls nicht mehr, um mich zu unterstützen, sondern aus reiner purer Freude, weil er gemerkt hat, wie gut es auch ihm tut.

Das Seelenwesen

© agsandrewfotoliaDas Seelenwesen kann man sich als eine Art von Energie vorstellen, die sich als Mittler zwischen einem selbst und dem Universum darstellt. Das Seelenwesen ist ein Teil von uns, das uns seit Beginn unseres Lebens durch dieses führt, wenn man seine Hilfe in Anspruch nehmen möchte.

Selbstverständlich können wir unser Leben auch selber meistern. Manche Menschen aber sind froh zu wissen, dass sie nicht allein sind und immer jemand an ihrer Seite ist, der oder die uneingeschränkt und in bedingungsloser Liebe da ist. Tagein Tagaus, in guten, wie in schlechten Zeiten.

An das Seelenwesen kann man sich mit allen möglichen Dingen wenden. Seelenwesen sind dazu da, uns zu beraten, zu unterstützen, Mut zu machen, uns in chaotischen Zeiten wieder in unsere Mitte zu bringen etc. Die Liste könnte endlos fortgeführt werden.

Und wie wende ich mich an mein Seelenwesen? Sprich mit ihm! Wie denn? In dem Du Dir vorstellst, dass es da ist und Dich laut oder in Gedanken mit ihm unterhältst. Bitte es, Dir einen Eindruck von ihm zu geben. Vielleicht zeigt es sich Dir als menschenähnliche Gestalt, als Tier oder einfach als eine Farbe. Vielleicht fühlst Du einfach, dass es da ist. Das Seelenwesen mit dem inneren Auge zu sehen, ist keine Voraussetzung dafür, seine Dienste in Anspruch zu nehmen und seine Gesellschaft zu geniessen.

Da das Seelenwesen ein Teil Deiner selbst ist, bringt Dich die Arbeit mit ihm Dir selbst näher. Und wenn du bei Dir selbst bist, kannst Du das Leben leben, das mit Deiner Seelenenergie übereinstimmt. Das Leben ist dann kein müssen mehr, sondern ein dürfen. Ein Leben in Freude.

Ich halte diesen Artikel absichtlich kurz, da jeder Mensch die Begegnung mit seinem Seelenwesen selber gestalten soll. Heisse Dein Seelenwesen mit einem Gedanken willkommen und lass Dich überraschen, was alles noch kommen wird!

Meditation – eine zeitraubende Angelegenheit?

© phoopanotpicslotus

Beim Meditieren die Gedanken schweifen oder ganz versiegen lassen, über etwas meditieren, in Meditation versinken… Es gibt unzählige Formen von Meditation. Allen gemeinsam ist, dass sie Zeit in Anspruch nehmen und genau dieser Aspekt schreckt viele ab, es nicht zu tun.

Schade! Es gibt nämlich beim Meditieren keine zeitliche Begrenzung. Weder nach oben, noch nach unten. Auch ein bewusst gelebter Moment, der nur ein paar Sekunden dauert, ist eine Form von Meditation und kann bewirken, dass man in hektischen Zeiten wieder zu sich findet. Bereits ein solch bewusster Moment ist besser als kein solcher. Und alles, was es dazu braucht, ist ein wenig Achtsamkeit.

Viele Menschen schrecken nebst dem zeitlichen Aspekt auch deshalb vor der Meditation zurück, weil sie nicht wissen, was sie dabei tun und wie sie es tun sollen. Gleich vorweg: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und auch Menschen mit jahrelanger Meditationserfahrung fällt es manchmal schwer, in den Fluss zu kommen.

Meditation braucht zugegebenermassen eine gewisse Disziplin. Das heisst nicht, dass man sich jeden Tag um 4.30 aus dem Bett quält, obwohl man lieber in den Laken bleiben möchte und für 2 Stunden in einer unbequem starren Position verharrt, bis man sich jeglichen schmerzenden Gliedern bewusst wird. Mit Disziplin ist gemeint, dass man in die Meditationspraxis eine gewisse Regelmässigkeit bringt. Dann nämlich, erfahren wir Vertrauen in den Vorgang und können herausfinden, welche Art von Meditation uns liegt oder situationsbedingt gut tut.

Es gibt unzählige Formen von Meditationen. Geführte Meditationen, wo man einer sanften Stimme lauscht, die einem durch mentale Erlebnisse führt, über die aktive Meditation, wie sie vor allem von Osho praktiziert wurde oder die Meditation, in der man einfach nur in Stille ist und die Gedanken zum versiegen bringt. Was genau für wen bestimmt ist, soll dem Anwendenden überlassen werden und kann durch Ausprobieren herausgefunden werden.

Eine geführte Meditation ist für den Beginn sicher nicht falsch. Es hat den Vorteil, dass man sich auf die Stimme des Sprechenden konzentrieren kann und nicht so stark verleitet wird, in eigene Gedankenwelten abzudriften. Aber auch die Meditation, in der man nur der Stille lauscht, kann man gleich zu Beginn in Angriff nehmen. Wichtig zu wissen ist, dass man kaum zu Beginn für längere Zeit ohne eigene Gedanken sein kann. Der Weg in die Freiheit von Gedanken ist Übungssache. Es ist wichtig, sich an den ganz kleinen Gedankenlücken zu orientieren und diesen Erfolg zu wertschätzen. Sei in Bezug auf Meditation nicht streng mit Dir selber. Höchstens, was die Regelmässigkeit anbelangt.

Lass Dich doch von diesem Artikel inspirieren und starte noch heute. Bleib gleich da, wo Du jetzt bist, schliesse Deine Augen und lenke die Aufmerksamkeit für einen Moment auf den Atem. Atme durch die Nase ein, spüre die kalte Luft an den Nasenflügeln, atme durch den Mund aus. Schliesse Zeigefinger und Daumen beider Hände zu einem kleinen Kreis und achte Dich einfach auf die Stellen, wo sich Zeigefinger und Daumen berühren. Sollten Gedanken kommen, lenke einfach die Aufmerksamkeit wieder auf die beiden Berührungspunkte. Meditiere so lange oder so kurz, wie Du magst.

Für die Meditation braucht es nur etwas: Die Bereitschaft, es zu tun!

Ich bin…

Ja, wer bin ich denn? Im Besten Falle mich selber. Aber wie bin ich mich selber?

Wir kommen in Liebe und Einheit zu allem was ist, auf diese Erde. Bald darauf aber, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir von äusseren Umständen geprägt werden. Der Einfachheit halber müssen wir Regeln lernen und diese auch umsetzen. Im Laufe der Zeit geraten viele von uns in vorgespurte Bahnen und reagieren lediglich noch auf äussere Umstände. Das Elternhaus, die Schule, Freunde, Beziehungspartner prägen uns. Wir sind spitze darin, uns anzupassen, die Regeln zu befolgen und zu gefallen.

Doch geht es uns gut dabei? Manchen ja, denn es kann auch ihr Weg sein. Wenn es allerdings nicht der Weg des jeweiligen Lebewesens ist, geht man neben der eigenen Spur und verpasst regelrecht das Leben. Unzufriedenheit, Misserfolg und quälende Fragen nach dem Sinn des Lebens ohne schlüssige Antwort darauf, begleiten jeden von uns zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben.

Anstatt uns diesen unangenehmen Situationen zu stellen und uns damit auseinander zu setzen, wählen viele – vielleicht aufgrund mangelnder Perspektiven – einen Verdrängungsmechanismus. Wir stürzen uns in Arbeit, Sport, Einkaufen, Freundschaften, nur um diesem quälenden Gefühl des „ich weiss nicht, was ich hier soll“ zu entkommen.

Es gibt in diesen Momenten einen Lichtblick. Der Weg nach Innen. Die Erforschung dessen, was uns wirklich ausmacht und wer wir wirklich sind. Es ist die Begegnung mit uns selbst.

Viele Wege führen zum Selbst. So viele, dass man den vor lauter Möglichkeiten gar nicht mehr weiss, wohin zu gehen. Eine Möglichkeit, den Weg nach Innen zu betreten und zu gehen, ist folgender:

Setze dich an einen ruhigen Ort, an dem du mindestens eine viertel Stunde nicht gestört wirst. Dieser Ort kann drinnen oder draussen sein.

Schliesse Deine Augen und konzentriere dich auf deinen Atem. Atme durch die Nase ein und durch den Mund aus. Behalte diesen Atemrhythmus die ganze Zeit über bei.

Spüre nun nacheinander für ein paar Sekunden deine Füsse, deine Unterschenkel, die Knie, die Oberschenkel, die Hüften, den Bauch, den unteren Rücken, den Brustbereich, den oberen Rücken, die Schultern, die Hände, die Unterarme, die Ellbogen, die Oberarme, den Hals, den Kopf, spüre deinen ganzen Körper.

Stell dir vor, dass du mit Himmel und Erde verbunden bist. Diese Verbindung reicht vom Erdmittelpunkt durch deinen Körper hindurch zum Himmel hinauf. Spüre diese Verbindung und sei dir ihr bewusst.

Es gibt ein höheres Selbst von dir. Es ist seit Geburt bei dir und wird dich immer und überall begleiten. Es urteilt nicht über dein Verhalten, sondern ist immer für dich da. Begrüsse nun dieses Seelenwesen und heisse es in deiner Welt willkommen. Wenn du magst, gib ihm einen Namen. Vielleicht siehst du auch ein Bild von ihm oder ihr. Sei dir immer bewusst, dass dieses Seelenwesen keine von dir getrennte Wesenheit ist, sondern verbunden mit dir und dem, was dich ausmacht. Lade es ein, dich nun in den Lebensbelangen, bei denen du Rat brauchst, zur Seite zu stehen. Du kannst dich immer vertrauensvoll an ihn oder sie wenden. Es wird dir die Botschaften über Gefühle, Worte, Bilder oder Zeichen im Aussen bringen.

Nun spürst du dich, bist mit deinem Seelenwesen und dem Universum verbunden. Sei dir dieser drei Dinge bewusst.

Spüre erneut in deinen Körper hinein und empfinde, ob du irgendwelche Gefühle ausfindig machen kannst, die in der Vergangenheit entstanden sind. Es können dies solche sein, die dich bereits länger beschäftigen, oder solche, die erst frisch entstanden sind. Widme dich dem ersten Gefühl, das sich bemerkbar macht. Meist handelt es sich um ein unangenehmes Gefühl. Wenn es sich bemerkbar macht, heisst das, dass es beachtet werden will, um aufgelöst zu werden. Verdrängst du es, lagert es sich irgendwo ab und kann dir Unbehagen bescheren.

Nimm das Gefühl wahr. Wo in deinem Körper lokalisiert es sich? Wie fühlt es sich genau an. Was für Gedanken begleiten das Gefühl. Was für weitere Gefühle entstehen daraus. Nimm alle Gefühle, die hochkommen zur Kenntnis und beobachte diese. Fühle diese, bis sie sich verändern. Nimm wahr, wie sie sich abändern, abschwächen oder ganz verschwinden, während du das Gefühl beobachtest und ihm nicht ausweichst. Gefühle sind dazu da, gefühlt zu werden. Sie gehen vorbei. Egal, ob das Gefühl gut oder schlecht ist. Es geht in jedem Fall vorbei und kann dir nichts anhaben.

Wenn Du ein solches Gefühl, das sehr wahrscheinlich mit einem vorgefallenen Ereignis in Zusammenhang steht, durchgefühlt hast, kannst du es gehen lassen. Es wollte nur angeschaut werden.

Durch das Anschauen der Gefühle reinigen wir uns selber und kommen uns ein Stück näher. Sei dir bewusst, dass du niemals deine Gefühle bist. Die Gefühle sind etwas, das durch ein Erlebnis zum Ausdruck gebracht wird. Es mag für gewisse Zeit ein Teil von dir sein aber du bist dieses Gefühl nie. Du bist eine Einheit von Licht, das Verbunden ist mit Himmel und Erde. Erkenne dich als solches.

Sitze noch einen Moment in Stille und spüre die Verbindung zu dir selbst.

Diese kurze Innenschau wird Dir helfen, den Weg zu Dir selbst zu finden, wenn Du es regelmässig anwendest. Ein guter Zeitpunkt ist der Abend, nachdem die Dinge erledigt sind, oder der Morgen, bevor die Hektik des Alltages beginnt.

Viel Spass!